1 - Prolog

2 - Die Vorbereitung

2.1 - Brief an die FWS Harduf

2.2 - Brief an Rita Süßmuth

2.3 - Brief an die Axel Springer- Stiftung

2.4 - Vortrag von Professor Doktor Schaller

2.5 - Die Geschichte des Heiligen Landes von Friedrich Haase

2.6 - Die Geschichte des Staates Israel von Anna Raith

2.7 - Der Israelisch- Arabische Konflikt von Johana Radhgens

2.8 - Die Gründung des Staates Israels von Judith Rosenberg

2.9 - Der Sechs Tage Krieg vom Ellen von Eltz

2.10 - Israel- Deutschland nach 1945 von Martina Krätsch

2.11 - Die Wirtschaft Israels von Niels Bendig und Thorin Geister

2.12 - Staat und Politik in Israel von Rafael Burgdorf

2.13 - Weiter geht die Vorbereitung

2.14 - Vortrag von Ibrahim Habib am 13.2.1996

2.15 - Menschen von Nora Kraft

2.16 - Mohammed von Sebastian Sartorius

2.17 - Die Armee Israels von Nora Kraft

2.18 - Weiter gehts

2.19 - Klassenspiel

2.20 - Los gehts



1 - Prolog



Ein Elternabend im Jahre 1996 bewog mich dazu, meine bisherigen Arbeiten an der Jahresarbeit fallen zu lassen und stattdessen dieses Buch zu erarbeiten.
Am 7.5.1996 stellte sich heraus, daß eine Zusammenfassung aller Referate und Tagesberichte nicht zustande kommen würde, wenn nicht irgendeiner die Sache in die Hand nähme. Also erbat ich die Zustimmung meiner Lehrer und Mentoren dazu. Die Arbeit bestand vor allem darin, meine Klassenkameraden -innen dazu zu bewegen, ihre Referate und Tagesberichte in schriftlicher Form bei mir abzuliefern. Es war ein hartes Stück Arbeit. Nicht nur, alles rechtzeitig zu erhalten, sondern es zum Teil auch noch entziffern zu müssen (...). Ich habe den Schreibstil und die Art der Abfassung der jeweiligen Verfasser beibehalten. Nur grobe Rechtschreib- und Satzzeichenfehler wurden berichtigt. Überdies sind die Autoren jeden Berichtes genannt. Namenlose Texte sind von mir.
Darüber hinaus sichtete ich Unmengen von Fotos und Dias, um eine Auswahl für dieses Buch treffen zu können. Frau Geister stellte ihren Zeichenblock von der Reise zur Verfügung - es wurden etliche Kopien gefertigt. Ich selbst beschrieb alle Vorbereitungen zu unserer Reise und dokumentierte sie; war ich doch von Anfang an in der Initiativgruppe dabei und schrieb den größten Teil der "Bettelbriefe".
Der Abschluss dieser Beschreibung ist der Elternabend, bei dem ein Teil der Dias gezeigt wurde und wir von der Fahrt und unseren Eindrücken berichteten.

Ich habe viel gesammelt, einiges verfasst und alles abgeschrieben.
Ganz bewusst habe ich beim Abfassen meiner nachträglichen Berichte keine Literatur mehr zur Vertiefung herangezogen - das bleibt der Zukunft vorbehalten.
Lediglich in der Vorbereitungsphase befasste ich mich mit Literatur zum Thema. Alles später Geschriebene sind somit Eindrücke und Reflexionen; ich möchte sie auch so belassen. Das besagt auch, daß es sich weitgehend um meine persönliche Wahrnehmung handelt und keinen Anspruch auf eine wissenschaftlich richtige Darstellung erhebt, soweit Sachthemen betroffen sind.

Im Jahre 2001 habe ich mich dann auch endlich daran gesetzt, dieses Werk, daß es nun ohne Zweifel schon geworden war auch für das 'neue' Medium zugänglich zu machen. In einigen Stunden Arbeit entstand also dieser Text, der auch denjenigen, die damals nicht dabei waren, ermöglichen soll, zumindest meine beste Klassenfahrt nachvollziehen zu können. Im Januar 2002 kamen auch die Photos. Danke an alle, die dabei geholfen haben
Christian Duwe
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2 - Die Vorbereitung

Erste Verfügungsstunde nach den Ferien: wir sind wieder vollständig, denn auch die "Auslandsschüler" sind wieder da. Also sitzen, hängen, lagern 19 Schüler und Schülerinnen der jetzt 12. Klasse unserer Waldorfschule auf ihren Plätzen und verbreiteten mäßiges Interesse, an ganz egal was.
Herr Reibel hat Organisatorisches angekündigt ...
Nach dem Besprechen der Jahresarbeit und dem dazugehörigen Zeitplan geht's um die diesjährigen Besonderheiten des Stundenplans- Auch muss schnellstens ein Klassenspiel gefunden werden; die Aufführung wird im März '96 sein. Und wer übt es mit uns ein? Herr Marks hat angekündigt, bis auf weiteres mit der Oberstufe keine Klassenspiele mehr einzuüben.
Das Wort "Abitur" fällt, und es verbreitet sich Unruhe in der Klasse. Der Eishauch "Ernst des Lebens" streift uns ganz sacht ...
Bis zur Jahreswende ist über unsere Zulassung zum Abi zu entscheiden ... Irgendwie klingt das nach Arbeit und Unbarmherzigkeit ...
Und dann müssen wir über die Klassenfahrt der 12. Klasse reden. Herr Haensel kommt deswegen in der nächsten Stunde.

Zweite Verfügungsstunde nach den Ferien: Herr Reibel, Herr Cieslik und Herr Haensel werden mit uns das Thema Klassenfahrt durchsprechen.
Das ist der Augenblick, wo sich jeder in der 'lasse zurücklehnt und die phantastischsten Bilder fremder Völker, ferner Länder und ungeahnter Abenteuer an seinem inneren Auge vorbeiziehen lässt.
Üblicherweise fährt die 12. Klasse einer jeden Waldorfschule zu einer Kunst- und Geschichtsreise. Die 12. Klassen aus unserer Schule sind überwiegend nach Italien gefahren, in die Nähe von Florenz. Das wäre auch für uns das logischste und einfachste gewesen. Alles wäre schon einmal durchlebt worden, die Organisation wäre zum größten Teil fertig und das dortige Programm ebenfalls. Andere Klassen fuhren nach Prag, oder nach Paris.
In unseren Vorstellung überschlägt sich alles. Man kann so viel machen. Erhebliche Erregung und Aktivität bemächtigt sich der Klasse.
Man könnte mit dem Planwagen durch Polen fahren. Oder vielleicht mit den Kajaks durch Lappland paddeln. Nein, noch besser wäre doch, durch Kanada zu wandern. Allerdings könnten wir auch nach Frankreich fahren. Schottland besichtigen. England im allgemeinen ... oder eine einfache Fahrt nach Israel. Diese Idee, eigentlich nur als flapsige Bemerkung gedacht, fand schnell viele Freunde. Und so wurde aus einem Witz eine echte Alternative, die nicht auf zu viele Gegner stieß.

So sollte es sein. Im September fingen wir an, diese Fahrt ernsthaft in Angriff zu nehmen. Was musste gemacht werden, damit diese doch etwas ungewöhnliche Fahrt zustande kommen könnte? Zuerst einmal mussten alle Eltern zustimmen. Da war schon das erste Problem, aus dem ein zweites resultierte. Die Eltern wollten nur zustimmen, wenn sie nicht mehr bezahlen müssten, als bei einer Fahrt nach Italien, was bei ~800,- DM lag. Also mussten wir uns darum kümmern, dass wir soviel Geld zusammenkriegten, um dies zu ermöglichen. Konnte man möglicherweise Zuschüsse beantragen? Spenden erbitten? Als Klasse Geld erarbeiten? Lange Debatten mit den Eltern auf dem Elternabend. Bis wir uns dahingehend einigten, dass eine Mutter "mal rumtelefonieren" wollte, welche Zuschussmöglichkeiten bestünden und in drei Wochen würde weiterverhandelt.

Auch mussten wir die Lehrer fragen, ob sie diese Fahrt verantworten könnten. Denn die Zustimmung des Kollegiums war die wichtigste Vorraussetzung. Diese stimmten glücklicherweise zu. Und so schlossen sich am Ende des Monats einige Schüler, darunter ich, zusammen, um einmal aktiv die Planung dieser Fahrt in die Hand zu nehmen.
Eine andere Vorstellung war, dass wir, auch um die Kosten zu senken, Waldorfschulen in Israel anschreiben könnten und einen Austausch mit deren Schülern anregen könnten. Also schrieben wir als erstes an die Waldorfschule in Harduf:


Freie Waldorfschule Göttingen
z.Hd. 12.Klasse
Göttingen, den 15.10.1995
Arbecksweg 1
37077 Göttingen
Germany




To the
Freie Waldorf Schule Harduf
***
***
***


Dear teachers,
dear students
we are members of the 12th class of the Free Waldorf School Göttingen (Niedersachsen). In the months of march/april 1996 our class would like to undertake a threeweeks study trip abroad. After many talks in the class and with the classguards we came to the agreement to dedicate this trip to the understanding between the countries (instead of the usual arttrip of class 12) and to try to learn about the country and the people of Israel. Therefore we have to try not just to organise the schedule but as well the costs of this trip until december 1995.


As your school is the only Waldorf School in Israel, we do not know how big your school is. Nevertheless we hope to find the basis for a steady exchange of students. We would like you to tell us if you are able to accommodate nineteen students (nine boys, ten girls at the age of about 18) an four classguards privatly in families of your school comunity. Of course we would happily be hosts to your classes, as well in futur times.
If a private lodging would be impossible we would be thankful if you could tell us alternatives. Our ideas, to have contact with israelite juths.
It would be very kind if you could help and answer us as quickly as possibly.

The represantatives of class 12 .

Yours sincerely

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Beim nächsten Gespräch mit den Eltern wurde vage mitgeteilt, dass es beim Ministerium für politische Bildung, beim Kultusministerium und beim Ministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend durchaus Zuschussmöglichkeiten gäbe. Frühere Gruppen hätten dort ebenfalls Zuschüsse bekommen.
Also einigten wir uns darauf, dass wir dann die Fahrt nach Israel unternehmen würden, wenn die Kosten der Reise für die Eltern den Betrag von 800,- DM nicht überstiegen und wir die inzwischen rund 2.100,- DM pro Person teure Reise anderweitig finanzieren könnten.
Auch wurde beschlossen, anstelle der üblichen zwei Wochen eine Ferienwoche dazuzunehmen. Direkt zu Ostern sollte der Abfahrttermin sein und drei Wochen dauern. Erfreulicherweise sagten beide begleitenden Lehrer spontan zu, diese eine Woche auch ihrer Ferien zu opfern und sie mit uns auf der Klassenfahrt zu verbringen.

In unserer "Planungsgruppe" begannen wir also, Ministerien, Institutionen und Stiftungen ausfindig zu machen, bei denen wir eventuell Zuschüsse erbitten konnten.

Wir hatten bald einige Adressen zusammen und trafen uns, um die ersten Briefe zu schreiben. Da tauchte ein neues Problem für uns auf: wie schreibt man eigentlich formal richtige Briefe. Man fängt wohl an mit ... Nein, nein, das muss anders! Als dann unser erster "Bettelbrief" an Professor Dr. Rita Süssmuth von der CDU fertig war, waren wir schon ganz stolz. Im November schrieben wir wieder Briefe: an das Bundesministerium für Familien und an das Kultusministerium. Drei Tage später wurde wieder ein Serienbrief verfasst und an folgende Institutionen geschickt:
die Robert- Bosch- Stiftung,
die Sparkassenstiftung in Göttingen
die Axel- Springer Stiftung.

Der erste Brief an Professor Dr. Rita Süssmuth sah wie folgt aus:


Freie Waldorfschule Göttingen
z. Hd. 12. Klasse
Arbecksweg 1
37077 Göttingen, den 17.09.1995



CDU Stadtverband Göttingen
***
Wahlkreisbüro Prof. Dr. Rita Süssmuth
***





Sehr geehrte Frau Dr. Rita Süssmuth,
wir, die Schüler der 12. Klasse der Freien Waldorfschule Göttingen, möchten als Abschlußfahrt des 12. Schuhljahres eine Studienreise nach Israel unternehmen. Wir sind eine Gruppe von 19 Schüler/innen im Alter von 17- 18 Jahren und drei Betreuern. Die Studienfahrt findet im April oder Mai 1996 statt und wird drei Wochen dauern. Unser Ziel ist es, das Land kennenzulernen und Kontakte zu dort lebenden Jugendlichen zu knüpfen. Wichtig ist es uns außerdem, mehr über die Kultur, die geschichtliche und aktuelle Situation des Landes zu erfahren.
Um diese Fahrt verwirklichen zu können, haben wir uns, in der Hoffnung auf finanzielle Unterstützung an Sie gewandt.

Wir wären Ihnen für eine baldige und positive Antwort sehr dankbar!
Mit freundlichen Grüßen, die Vertreter der 12. Klasse





Als erstes meldete sich das Kultusministerium wieder. Sie sagten uns zu, die unsere Fahrt begleitenden Lehrer zu finanzieren, aber mehr können sie uns leider auch nicht geben.
Dann kam das Ministerium für Familien und teilte uns zu seinem Bedauern mit, dass sie für unsere Zwecke keine Fördermittel zur Verfügung hätten.
Dann kam ein Brief von der Axel- Springer- Stiftung, die Interesse signalisierten. Sie wollten einen Kosten- und Finanzierungsplan haben und über unsere bisherigen Vorbereitungen informiert werden.
Ich setzte mich also einen Nachmittag lang hin und schrieb ihnen, was sie wissen wollten:

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Freie Waldorfschule Göttingen
Klasse 12
Arbecksweg 1
37077 Göttingen, den 19. 11. 1995






An die
Axel Springer Stiftung
***
***
***

Sehr geehrte Frau *******,
sehr geehrte Damen und Herren,


wir danken für Ihr Schreiben vom 6. 11. 1995.
Unser derzeitiges Problem ist, daß wir erst nach August 1995, dem Beginn des Schuljahres, diese Israelfahrt zu organisieren versuchen; bevor wir nicht annährend eine Finanzierungsmöglichkeit sehen, wagen wir garnicht, ein Reiseunternehmen mit der Ausführung zu betrauen.

Der jetzige Stand der Dinge ist folgender :
für eine dreiwöchige Reise nach Israel rechnen wir mit Kosten in Höhe von rd. 2100,- DM pro Schüler. Auf unserem Klassenkonto haben wir bis jetzt 8.456,- DM angespart für die Studienreise in der 12. Klasse. In den letzten Wochen hat die Klasse durch Arbeiten, Basare, etc noch einmal 2.000,- DM eingenommen, die ausschließlich der Fahrt zugutekommen. Auf dem letzten Elternabend haben die Elternhäuser zugestimmt, rund 800,- DM pro Schüler zu finanzieren. Die Kosten der Begleitpersonen werden vom Niedersächsischen Kultusministerium übernommen (vgl. anl. Schreiben vom 25. 10. 1995 - Anlage 1).
Das bedeutet insgesamt:


Reisekosten für 19 Schüler ā 2.100,- DM = 39.900,- DM
Guthaben Klassenkasse = 8.456,- DM
Guthaben Basar etc. = 2.000,- DM
Elternbeitrag 19 x 800,- DM = 15.200,- DM
=14.244,- DM
25.656,--DM Fehlbestand
das ist pro Schüler rd. 750,- DM.


Von den "Bettelbriefen" an
1. Axel Springer Stiftung
2. Niedersächsische Landeszentrale für politische Bildung
3. Niedersächsisches Kultusministerium
4. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Bonn
5. Frau Professor Dr. Süßmuth, in deren Wahlkreis wir leben,
6. Sparkassenstiftung Heilbronn
haben bis jetzt nur Sie positiv geantwortet. Von den übrigen Angeschriebenen erhielten wir nur Absagen, bzw. bisher keine Antworten.
- Kopien 2 - 4 liegen an-.

Mit gleicher Post werden wir jedoch auch noch die Sparkassenstiftung der Sparkasse Göttingen anschreiben.

Soweit zu den Finanzen.
Ebenfalls seit Oktober 1995 versuchen wir Kontakte zu israelischen Jugendlichen zu knüpfen.
Ein Brief an die Freie Waldorfschule in Nazareth ( Anlage 5) blieb bisher unbeantwortet.
Ebenfalls nicht beantwortet sind bisher die Schreiben an die Gesellschaft für Christlich - Jüdische Zusammenarbeit e.V in Göttingen und den Deutschen Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich - Jüdische Zusammenarbeit in Bad Nauheim
( Anlage 6 und 7).
Die Botschaft des Staates Israel sandte uns Unterlagen über ihr Land ( Anlage 8), die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Israel teilte uns weitere Kontaktanschriften mit.
( Anlage 9).
Wir haben an "Public Council for Youth Exchange" geschrieben und warten auf Antwort.

Zufällig lasen wir auch in der "Brigitte" 22/95 vom 18. 10. 1995 einen Bericht über Jugendreisen nach Israel. Die darin angegebenen Stellen ( DJH Detmold und Israelisches Verkehrsbüro) sind gebeten worden, uns Informationsmaterial zu senden.
( Anlage 10).

Zur weiteren Vorbereitung hat eine Klassenmutter Kontakte zu Frau Tichauer von der Jüdischen Gemeinde in Göttingen geknüpft; diese verwies weiter an Herrn Duvir Aram, Hannover, der das israelische Jugendzentrum in Hannover leitet. Auch hat ein anderes Elternhaus Freunde in Israel, eine Familie Laschziner. Wir hoffen über diese Wege Kontakte zu israelischen Jugendlichen knüpfen zu können.

Außerdem hat sich Professor Dr. Bernd Schaller bereit erklärt, unsere Klasse mit Vorträgen und Gesprächen auf die Israelreise vorzubereiten. Er war Professor für Judaistik an der Universität Göttingen und der Universität Jerusalem und ist jetzt im Ruhestand.Auch wurde uns gesagt, wir könnten Herrn Artur Levi, den früheren Bürgermeister von Göttingen, und den Studenten Ibrahim Habib in Göttingen um Vortäge zu der Israelreise bitten.

Unsere ursprüngliche Idee dieser Klassenfahrt, nämlich drei Wochen in einem Kibbutz wohnen und arbeiten zu können, mußten wir inzwischen aufgeben, da uns nicht nur von Frau Tichauer, sondern auch von dem Reiseveranstalter Shalom Herlinger in Kassel, der ausschließlich Reisen nach Israel organisiert, gesagt wurde, daß drei Wochen für einen Kibbutzaufenthalt nicht nur zu kurz seien, sondern daß zunehmend auch kein Platz mehr sei, da sehr viele osteuropäische Juden nach Israel zögen. Inzwischen gehen die Pläne mehr in Richtung Rundfahrt mit Jugendherbergsaufenthalten. Gerne würden wir die historischen Stätten wie Bethlehem, Nazareth und Jerusalem kennenlernen, wie auch die Goldkuppelmoschee, Davids Höhle in En Gedi u. a. Auch interessiert uns die Wüste Negev, sowie das Tote Meer. Vor allem aber erhoffen wir uns die Stätten der Geschichte - sowohl der deutsch - jüdischen, als auch der palästinensisch - isrelischen - zu sehen. Uns interessiert das Werden des Staates Israel und das Fühlen der Jugend Israels.
Allerdings müssen wir die konkrete Reiseplanung, und damit auch den Umfang der Reise unserem Budget und dem dann zu betrauenden Unternehmen überlassen.

Wir hoffen sehr, Sie mit dieser Vorstellung von unseren Plänen ( auch wenn diese hinsichtlich der Durchführung noch lückenhaft sind) aufmerksam gemacht zu haben und Sie damit bewegen zu können, uns einen Zuschuß zuzuerkennen.
Wenn wir bis zum 10. 12. 1995 weitere Unterlagen und Informationen erhalten, reichen wir sie zu Ihrer Kenntnis nach.

In der Hoffnung auf eine gute Antwort verbleiben wir mit freundlichen Grüßen



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Daraufhin antwortete die Stiftung wieder, sie werde über einen Zuschuss auf der nächsten Sitzung entscheiden.
Die meisten Antworten allerdings, die wir erhielten, beinhalteten so etwas wie: "Wir haben leider selber kein Geld". Es waren sehr frustrierende Wochen, in denen immer wieder neue Briefe geschrieben und verneinend beantwortet wurden.

Zu dieser Zeit wurde der israelische Premier Jitzhak Rabin von einem orthodoxen Juden ermordet. Dieser Vorfall ging auch an uns nicht unbemerkt vorbei, aber wir machten uns nicht allzu viele Gedanken darum, inwieweit dies nun unsere Fahrt betreffen könnte.


Im November fand an unserer Schule ein Adventsbasar statt. Wir überlegten, dass wir neben der Bastelei und dem Verkauf für die Schule auch in unserer Klasse einen riesengroßen Losverkauf machen wollten. Wochenlang sammelten wir Dinge, die Preise werden sollten, wochenlang schrieben wir Loszettel.
Auch organisierten wir vor unserer Klasse einen Waffelstand. Den ganzen Tag lang wurden dort aus mitgebrachtem Teig Waffeln mit verschiedenen Füllungen gebacken und verkauft.
Unser Erlös betrug nach einem sehr arbeitsreichen Basartag fast 2000,- DM für unsere Reisekasse.


Auch zu dieser Zeit wurden unsere Finanzen wieder und wieder überprüft. Es sah nicht allzu gut aus. Unser finanzielles Loch war noch zu groß. Uns fehlten noch rund 15.000,-DM, die wir schnell kriegen mussten. Es wurde also beschlossen, dass wir auf einem Elternabend am 13.12.1995 entscheiden wollten, ob diese Fahrt nach Israel stattfinden konnte, oder nicht. Dies sollte, wie kann es anders sein, hauptsächlich von dem Geld abhängen, welches wir bis dahin hatten. Oder auch nicht ...

Als der Dezember kam, verließ uns der Mut gänzlich. Wir hatten noch keine finanziellen Unterstützungen und der Elternabend stand vor der Tür. Unser Klassenvermögen belief sich grade mal auf die Hälfte der Fahrtkosten. Ich glaube viele, auch aus unserem "Planungsgrüppchen", denn mehr waren es schon lange nicht mehr, hatten den Glauben an unsere Fahrt bereits aufgegeben. Ich war auch schon so weit, daß ich die positiven Aspekte von Italien zusammenzusuchen begann und mich mit Spagetti und Pizza anfreundete.
Doch dann passierte das, womit, glaube ich, keiner mehr gerechnet hatte: in eine Mathestunde am Montagmorgen guckte eine unserer Schulsekretärinnen herein und sagte nur "Die Axel- Springer- Stiftung hat uns 12.000,-DM als Spende zugesagt! ". Es herrschte absolute Stille.
Sekundenlang. Schrecksekundenlang.
Ein kollektives, tiefes Einatmen.
Und dann herrschte unbeschreibliches Durcheinander. Jeder erzählte jedem, was er eben gehört hatte. Jeder schlug jedem auf eine Schulter ... oder ins Kreuz ... oder umarmte einfach einen ... oder eine ... oder verfiel in ein selbstbestätigendes Schweigen: "Ja! Wir haben es geschafft!" ... Die Mathestunde war von diesem Zeitpunkt an, zum Ärger des Lehrers, für die meisten völlig uninteressant. Immer wieder wurde durchgerechnet, dass uns ja jetzt "nur noch" 2.000,- DM fehlten ... Ach, die würden wir schon noch zusammenkriegen ...
Das Jubelgefühl war unbeschreiblich, denn nun war für uns klar, dass wir nach Israel fahren konnten.
Irgendwie bekam das ganze für uns nach der ersten heftigen Reaktion schon fast eine mystische Dimension: wir fühlten uns wie ein Teil eines Wunders.
Bei uns machte in freier Adaption das Wort " ...und es bewegt sich doch..." die Runde.

Am nächsten Tag war Elternabend, zu dem wir die telefonische Zusage der Zuwendung hatten. Diese löste auch bei den Eltern Freude aus.
Zustimmungen wurden erteilt.
Die konkrete Planung wird an einen Elternteil delegiert. Innerhalb einer Woche soll die genaue Reiseplanung stehen. Es soll ein Unternehmen gesucht werden, das uns drei Wochen lang alle historischen Stätten Israels zeigt, bei dem wir tiefe Einblicke in Geschichte und Gegenwart erhalten, das uns genug Freiräume für Gespräche schafft, um auch gegenwärtige Politik begreifen zu lernen und bei dem wir möglichst viel vom Land sehen.
Aber mit der Erfahrung, dass aussichtslos Erscheinendes durch ein "Wunder" machbar wird, denken wir, dass auch diese Aufgabe zu bewältigen sein wird.
- By the way: wie Herr Haensel jetzt sagte, wäre eine Reise nach Italien zu Ostern '96 nicht möglicht gewesen.

Tags darauf liefen Telefone heiß: wurden gebeten, innerhalb von 24 Stunden ein Angebot für 22 Personen abzugeben, das die vorher beschriebenen Möglichkeiten bietet und den Preis von 2100,-DM nicht übersteigt. Die Reise soll von Ostern 1996 an drei Wochen dauern. Ein Unternehmen fragte, ob der Preis für drei Wochen Israel ein Witz sein solle. Das Doppelte ... dann ja.
Ein Unternehmen fragte, ob der Zeitpunkt der Reise ein Witz sein solle - im Dezember 1996 hätte man vielleicht eine Chance; vielleicht könnten wir mehr über den direkten Kontakt zum Verkehrsministerium in Israel erreichen.
Ein Unternehmen füllte für den Preis gerade mal elf Tage.
Und just das Göttinger Reisebüro schickte uns (als einziges auch fristgerecht) folgendes Fax:

(hier gehört das erste Fax von ISR hin, in dem sie ihr Angebot einer Fahrt unterbreiten. Leider muß ich dies nachträglich einarbeiten, da mein Scanner den Geist aufgegeben hat und ich es nicht abtippen will)

Diesem Vorschlag konnten wir nur begeistert zustimmen. Reiselust und Übermut machten sich breit.
Auch vermittelte jenes Reisebüro Herrn Haensel, als einen unserer Begleitlehrer, eine einwöchige Informationsreise nach Israel. Er sollte dort alles kennen lernen, um notfalls als Reiseführer fungieren zu können. Diese Reise war umsonst.

Schnell wurden noch einige Bettelbriefe geschrieben an:



Und dann waren Weihnachtsferien.

Nach Schulbeginn im Januar '96 wurden wir auch zuerst wieder mit "dem Ernst des Lebens" konfrontiert - die Kurseinteilung für das Abitur war vorzunehmen.
Die notwendigen Zulassungen zum Abitur waren zu dieser Zeit schriftlich erteilt worden.
Auch nahm von jetzt an die Probearbeiten zum Klassenspiel im März '96 und die dazugehörenden Vorbereitungen hinsichtlich der Requisiten, der Kulissen, etc. erheblichen Zeitaufwand in Anspruch. An vier Nachmittagen der Woche standen wir auf der Bühne, manchmal bis in die Nachtstunden.
An einem Nachmittag der Woche war Sport.
Und vormittags erwarteten die Lehrer konzentrierte, interessierte und lernfreudige Gymnasiasten. Es mag dahingestellt bleiben, ob das immer so war.

Unser Klassenlehrer, der auch mitfahren hätte sollen, mußte absagen. Wir mußten uns also um einen dritten Erwachsenen bemühen, der uns nach Israel begleitete. Unter den Lehrern war es schwierig, da viele Klassenfahrten nach Ostern stattfanden.
Aber auch andere Reisevorbereitungen wurden betrieben; zwischenzeitlich hatten wir zwei weitere Briefe erhalten, die einen Zuschuß ankündigten: eine Institution und eine Privatperson aus dem Vorstand einer Institution, die sich sonst zu keiner Spende in der Lage sah.
Und Absagen, Absagen, Absagen. Alle wünschten dennoch alles Gute und viele nannten uns weitere Ansprechpartner.


Im Januar gab es auch einen ersten Schock: als wir uns erkundigen wollten, wie wir die Zuschüsse für unsere Begleitpersonen beantragen sollten, wurde uns mitgeteilt, daß es sich bei der damaligen Zusage um einen Irrtum gehandelt habe - wir als freie Schule wären nicht anspruchsberechtigt.
Lange Gesichter. Plötzlich fehlen wieder 6.300,- DM.
Wir hatten doch gebucht! Bei den uns zur Verfügung stehenden Zeiträumen hatten wir wegen der Flüge nicht länger warten können.
Aber einer kurzen Phase der Niedergeschlagenheit folgte die fast an Größenwahn grenzende Beschwörungsformel: " ... irgendwie schaffen wir das schon ... ".




Vortrag von Professor Dr. Schaller


am 25. 1. 1996 vor unserer Klasse
Professor Dr. Schaller lehrt an der theologischen Fakultät in Göttingen Judaistik und hatte Gastprofessuren in Jerusalem.
Professor Dr. Schaller ist ein behänder, kleiner Mann, der sich vor unsere Klasse setzt, uns alle mit funkelnden Augen betrachtet und freundlich fragt: "Was unterscheidet das Leben in Israel zu dem unserem? Ist die dortige Gesellschaft mit der unseren zu vergleichen?"
Wir schwiegen erst mal alle und starrten ihn an.
Gottseidank beginnt immer einer von uns, und so konnten wir offensichtliche, allgemeine Dinge zusammentragen: der Wochenrhythmus ist anders; Freitag und Samstag ist in Israel frei, während der Sonntag Arbeitstag ist. Nur in Haifa fahren samstags Busse.
Die religiöse Prägung (wobei man als richtig religiös maximal 15- 20% der Bevölkerung einstufen kann) hat zu dieser Sabbatruhe geführt. Alles, was als Arbeit angesehen werden könnte, wird am Sabbat nicht getan: Nahrungszubereitung, Arbeiten, Autofahren, Feuermachen, Saubermachen, etc. Extrem orthodoxe Juden sind sogar der Meinung, dass man am Sabbat nur wenige hundert Meter gehen solle (was sich wiederum die Moslems zu ihrem Vorteil machten: am Wochenende sind die Grünanlagen relativ leer, da die orthodoxen Juden nicht hinaus zum Picknickmachen fahren dürfen. Man findet an allen grünen Stellen die moslemischen Familien, die die Leere sichtlich genießen).
Die Hauptidee des Sabbat ist die Ruhe. Neben den Tätigkeitsverboten kann es auch zu einem Durchsetzen eigener Ideologie führen: in Jerusalem sind die orthodoxen Viertel am Sabbat abgesperrt.

Eine weitere Unterscheidung zu unserer Kultur sind die religiösen Feste. Insbesondere wird in Israel das Neujahr- und Versöhnungsfest gefeiert (letzteres ist vergleichbar mit unserem Osterfest), während dort natürlich Weihnachten, Ostern und Himmelfahrt und Pfingsten keine Bedeutung haben.

Dr. Schaller führte uns dann sehr ausführlich in die Geschichte Israels ein.
Da später mehrere Referate über die (politische) Geschichte Israels gehalten wurden und diese im Anschluss abgedruckt sind, wird hier auf die genaue Darstellung dieses Geschichtsaspektes verzichtet.

"Israelit ist ein ethnischer Aspekt" sagte Professor Dr. Schaller. Man sei Israelit von Geburt, könne es nicht werden, sagte er ebenfalls.
Wir versuchten lange im Gespräch, eine Annäherung an dieses Gefühl zu finden. Ist es Nationalismus? Ist es Gläubigkeit? Kein Deutscher ist Deutscher, weil er (auch) Christ ist. Es gibt nicht diese Einmaligkeit in dem Wissen: ich bin Israeli, weil ich Jude bin. Aber auch Araber, Palästinenser sind Israeli, jedoch keine Juden. Werden von den Juden wohl auch nicht als Israeli anerkannt.
Es gibt diese lange Geschichte des Judentums und der Verfolgung des Judentums auf der ganzen Welt. Es gibt noch das Bewusstsein der Israelis/ Juden, dass sie ein auserwähltes, also besonderes Volk seien. Es gibt deren Zusammenhalt, deren Zeichen.
Es gibt die Tora, die Gesetzessammlung der Juden, die auch die Sammlung aller Regeln dieser Kultur ist, also weit über die allgemeinen Gesetzesregeln hinausgeht.
Die Tora müssen alle Juden kennen. In der Schule wird ebensoviel Religion gelehrt, wie Naturwissenschaften. Orthodoxe Juden besuchen sogar spezielle Tora- Schulen.
Geht man über jüdische Friedhöfe (die man leider in Deutschland suchen muss, und die in der Umgebung Göttingens jahrelang durch Frau Dr. Rosenthal- Heginbottom mit Studenten karthographiert wurden), fallen einem die Zeichen auf: so findet man neben den Namen des jeweiligen Toten noch Symbole, wie zum Beispiel eine Kanne oder ein paar ausgebreitete Hände. Dieses sind Zeichen der Tradition der Familien. So bedeuten die ausgebreiteten Hände, dass die Familien von Priestern abstammen und teilweise Priester wurden; die Namen dazu sind z. B.: Kohn, Cohen oder Kohan.
Die Kanne ist ein Symbol für die Tradition der Leviten; ein Bürgermeister von Göttingen heißt Dr. Arthur Levi, was seine jüdische Abstammung belegt.
Je länger wir redeten, umso undurchsichtiger wurde unser Unwissen. Jeder Satz Dr. Schallers verwirrte uns mehr, führte zu mehr Fragen.
Leider war in der Schule die Zeit begrenzt. Mit einer Ergänzung unserer Bücherliste und dem Vorsatz, sicher auch mal die Bibel lesen zu wollen, verabschiedeten wir uns von Dr. Schaller.
Mir ging das allerdings alles nicht mehr aus dem Kopf. Es beschäftigte mich, und fing an, mich richtig zu faszinieren. Warum ist die Geschichte dieses Volkes so einmalig? Warum beschäftigt sie mich so stark? Nie hätte mich die Siedlungsgeschichte der Germanen oder hätten mich die Stämme der Wikinger so in ihren Bann ziehen können.
Liegt es daran, dass das Christentum die gleichen Wurzeln wie das Judentum hat? Oder einfach daran, dass "unser" Christ ein orthodoxer Jude war?
Vergleicht man die Art der anderen geschichtlichen Überlieferungen anderer Stämme, so fällt die der Israelis (und auch die des jüdischen Glaubens) heraus:
Skandinavien kennt die Kalevale und das Traumlied von Olaf Åsterson, Nordeuropa kennt die Edda, (Frankreich Asterix und Obelix), in Griechenland und Italien zählen Götter- und Heldensagen zur Geschichte. In keinem mir bekannten Land führt eine dieser Sagen, Mythen oder Erzählungen zu einer Aussage, nämlich, dass ein bestimmtes Land mit einem bestimmten Namen zu gründen ist.
Israels und die jüdische Geschichte bezieht seine Traditionen und Regeln aus nichts geringerem als der Bibel, dem "ältesten Buch der Welt". Darin wird schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt der Mensch Jakob bestimmt, dass er und seine Söhne das Land Israel gründen sollen, und das Volk der Israelis seien. Auch wird in der Bibel - anders als bei den Mythen der anderen Völker - von Anfang an ein sehr bestimmter Gott beschrieben, der mit den Menschen nichts gemein hat; die einzige Verbindung zwischen Gott und der Menschheit ist Befehl und Gehorsam, Vorbestimmung des Schicksals und Fügung, Entschuldigung und Hinnahme und für meine Empfindung zum Teil nicht einsehbare, "unmenschliche" Prüfungen: warum zum Beispiel nahm Gott das Opfer Kains nicht an und entzweite so die Brüder Kain und Abel? Warum ließ er es dann dazu kommen, dass der eine seinen Bruder tötete?
Warum soll der Vater seinen Sohn töten, nur um Gehorsam zu beweisen? Lehrte Gott nicht die Vergebung und die Liebe zum Nächsten?
Solche Beispiele ließen sich fortsetzen ...
Wie anders lesen sich da die Göttersagen aus Griechenland: lebens- und liebeslustige Götter stiegen auch schon mal vom Olymp herunter, in ein menschliches Bett ...
Die Geschichte des Staates Israels zu erzählen, ist gleichbedeutend mit dem Zitieren der Bibel.





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Die Geschichte des heiligen Landes


Friedrich Haase




Vorgeschichte
Altpaläolithikum (300.000- 70.000 v. Chr.), Jungpaläolithikum (70.000- 14.000 v.Chr) Mesolithikum (14.000- 8.000 v. Chr.), Neolithikum (8.000- 4.000) Cholkolithikum (4.000- 3.100)
Es fand eine Klimaveränderung statt, die bewirkte, daß die Nomaden (Jäger und Sammler) zur Seßhaftigkeit (Agrarwirtschaft) übergingen und sich dadurch kulturelle Ansätze bildeten. Es wurden Werkzeuge gebaut und Religionen entwickelten sich

Die kanaanitische Zeit (Kanaan = altes, frühes Israel)
frühe, mittlere und späte Bronzezeit (3.100- 2.100- 1.600- 1.200)
- Zusammenschluß von Menschen fand statt
- Städte wurden gegründet = Reiche entstanden
- Handel wurde betrieben, Kriege geführt
In dieser Zeit bildeten sich Stadtstaaten, die sich zusammenschlossen und in Not halfen Akkader zerstörten in der frühen Bronzezeit Kanaan. Unter der Hyhros- Herrschaft blüht das Land während der mittleren Bronzezeit auf.
In der späten Bronzezeit erobern es die Ägypter, können es aber nicht halten.


Das alte Israel
Seit 1.400 v. Chr. strömten israelische Nomadenstämme nach Kanaan und gewannen mit der Zeit an Einfluß.
Ramses II zwang die in Ägypten lebenden Israelis zu Frondiensten. Dies war Anlass zur Auswanderung einiger Stämme. (Nach der Bibel entkamen Israelis unter Moses auf Geheimpfaden, besiegten unter ihrem Feldherr Josua die Amalehiter. Am Berg Korel verkündete Moses die 10 Gebote. Sie eroberten die Stadtstaaten Kanaans.)
Die 12 halbnomadischen Stämme Israels (Simeon, Juda, Benjamin, Efraim, Gad, Manasse, Machir, Issacker, Sebulon, Naftali, Ascher, Dan) verehrten alle den Gott Johwe. Der Stämmebund nannte sich Israel ( Red.: "gegen den Gott El"). Die oberste Leitung hatte ein Richter (Vorläufer zum König).
Zeit der Richter hatte begonnen (1.200- 1.025 v. Chr.).
Die Philister siedelten sich in der Nähe von Kanaan an. Es entstanden Konflikte und resultierten Kriege, die die Philister gewannen.
Der Prophet Samuel ernannte den Hirten Saul zum Volksführer.
Saul sammelte alle kriegsfähigen Männer der 12 Völker unter sich und besiegte anfänglich die Philister.
Mit ihm begann die Zeit der Könige (1.025- 587 v. Chr.)
Saul wurde von Samuel die Königswürde entzogen und viele Truppen verließen ihn. Er verlor und stürzte sich nach seiner Niederlage in sein Schwert. Nach seinem Tod wurde sein Sohn und sein früherer Waffenträger, der Judäer David aus Bethlehem über jeweils sechs Stämme zum König ernannt. Sauls Sohn wurde ermordet, und David wurde zum "König von Israel" ernannt. David erweiterte sein Reich, sicherte es nach außen und innen und bestimmte auf Anraten seines Hofpropheten Natan seinen Sohn Salomo noch zu Lebzeiten zu seinem Nachfolger. Er war ein weiser Herrscher. Sein größter Verdienst war die Bautätigkeit und die Organisation der Wirtschaft, die das Land gedeihen ließ.
Nach Salomons Tod 930 v. Chr. fand eine neue Teilung statt. Es zerfiel daraufhin wieder und verlor seine eroberten Randgebiete.
Für den Nordstaat Israel unter Jeroban folgten etwa 200 Jahre, geprägt von 15 Königen, wovon sieben ermordet wurden. Ständiger Krieg fand statt und schließlich löste sich das ganze auf.
Dem Judastaaten unter dem zweiten Sohn Salomons erging es ähnlich. In 343 Jahren sah Juda 19 regierende Herrscher, darunter eine Frau. Es war lange Zeit ein tributpflichtiger Vasallenstaat, deren Rebellionen gegen die Fremdherrschaft nur teilweise glühten.

Die persische Herrschaft
Sie begann 562 v. Chr., als die Perser das Land erobert hatten. Sie beließen den Besiegten ihre Kultur, Sprache, Religion und ordneten sogar den Wiederaufbau von heiligen Stätten und Heiligtümern auf Staatskosten an.

Hellenistische Zeit
Alexander der Große zog 333 v. Chr. nach Osten und besiegte die Perser. Nach seinem Tod wurde das Land unter seinen Feldherren aufgeteilt. Ptolmäer und Seelenhiden stritten sich 150 Jahre um das Reich.

Die Römerherrschaft
Die Römer kamen dazu, als zwei streitende Brüder das Land beherrschten. Sie machten sich den Streit zunutze und eroberten unter Pompejus 63 v. Chr. das Land, um es für die nächsten 397 Jahre durch eingesetzte Herrscher in Besitz zu halten. Während dieser langen Periode fanden zwei jüdische Kriege gegen die Römer statt, die beide blutig niedergeschlagen wurden.
Um das Jahr Null herum wurde unter dem Prohuraten von Judäa namens Pontius Pilatus Jesus Christus gekreuzigt.

Die auf die römische Herrschaft folgende byzantinische ging von 34- 639 n. Chr.
Unter ihr fand ein Aufblühen des christlichen Glaubens und der Bau von herrlichen Kirchen statt.
Zwischen 638 und 639 eroberten die Araber mit der Fahne Mohammeds Palästina. Die Dynastien der Omajjaden, Abbasiden der Fatimiden folgten.
Unter der Herrschaft Kalif Hakims wurden Christen gezwungen, Moslems zu werden. Er veranlaßte auch, daß die Kirchen zerstört und Moscheen darauf errichtet wurden (996- 1021).
1071 nahm ein türkischer Fürst Palästina ein und wurde 1079 vom Seldschukenfürst Tutusch ermordet, welcher 1095 starb. Darauf bekämpfte jeder jeden und das heilige Land war für niemanden mehr sicher. Diese Nachricht gelangte nach Europa. Am 27. November 1095 rief Papst Urban jeden Christen zur Befreiung des heiligen Landes auf.
Damit hatte die Zeit der Kreuzzüge begonnen. Doch die bunt zusammengewürfelten Heere führten nur dazu, daß die zerstrittenen arabischen Länder sich einigten, gemeinsam gegen die Europäer vorzugehen.
Drei Kreuzzüge fanden insgesamt statt. Doch konnten sich die Fremden im Endeffekt nicht halten und wurden zwischen 1243 und 1292 für immer aus all ihren eroberten, verlorenen und zurückeroberten Ländereien von den Moslems und dann unter dem Mamelukenführer Baibars vertrieben.
1516 eroberte der türkische Sultan (1512- 1520) Palästina und schlug die Mameluken ein für allemal.
Die Türken beherrschten das Land bis 1917 n. Chr.



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Geschichte Israels 1882 - 1992


Referat von Anna Raith


Drei Gruppen:
1. Orientalische Juden
Vorfahren aus arabischen Ländern, schon immer in Palästina ansässig gewesen, Sprache: Arabisch
2. Sfardische Juden
aus Spanien oder Westeuropa, Sprache: Spanisch
3. Aschkenasische Juden
aus Deutschland oder Osteuropa, Sprache: Jiddisch.

1982: Progrome in Rußland = 1. Alija (= Aufstieg, Begriff für die fünf großen Einwanderungswellen nach Palästina [Alijot])
Konflikt zwischen den Bilujim (jüd. Arbeiterpionieren) und den Chowewe Zion(Liebhaber Zions).
Probleme: Klima, Malaria, schlechte Bedingungen, Überfälle von Beduinen, Einwanderungsverbot (Türkei),Landesverkaufsverbot, hohe Preise.
ACHAD HAAM : Lehre vom Zentrum (will jüd. geistig - kulturelles Zentrum in Palästina)


Praxis: Herzl sucht Unterstützung einer Großmacht zu seinem jüd. Siedlungswerk in Palästina.
Deutschland, Rußland, Italien, Türkei = keine Hilfe
England bietet Gebiet in Ägypten oder Uganda an.
Ägypten: keine Wasserversorgung möglich
Uganda: von Chowewe Zion abgelehnt.
=> wird abgelehnt !

- unter den Juden zunehmende Opposition im eigenen Lager

KULTURZIONISTEN (setzen sich z.B. für Wiederbelebung der hebräischen Sprache ein, u.a. Ham Weizmann)
POALE ZION (Arbeiter Zions)
ORTHODOXE (oder MISRACHI)


Motto: "Eroberung der Arbeit" = sozialistische Einstellung = Konkurenz für Araber = Konflikt (auch zwischen alten jüd. Siedlern und neuen jüd. Arbeitern).
=> jüd. GENOSSENSCHAFTSSIEDLUNGEN (landwirtschaftl. Betriebe)
=> 1. Kibbuz !

- 1909 - Gründung der modernen jüd. Stadt TEL AVIV (Hügel des Frühlings) = von privaten Kreisen. SPRACHE: hebräisch setzt sich wieder durch (jüd. Autoren, Schule, Erziehung)


1. WELTKRIEG

SYKES - PICOT - Abkommen: "Großarabisches Reich mit franz. und engl. Einflußgebiet"

"Für ein Volk ohne Land ein Land ohne Volk" (Herzl) trifft im zweiten Teil nicht zu WEIZMANN (Präsident der "zionistischen Organisation") sucht friedlichen Ausgleich:

1918 - Treffen mit Feisal (Araberführer) = positiv
1920 - Feisal wird von Franzosen vertrieben
1921 - Unruhen in Jerusalem: unter EMIN EL HUSSEINI Protestmarsch gg Juden der Araber = 50 Juden tot

3. ALIJA = Chaluzim (= Pioniere) = Aufschwung der Arbeiterschaft in Palästina

1922 - Belfour - Erklärung voll in Mandat aufgenommen, offizielle Sprache: Engl., Hebr., Arab., Abtrennung Transjordaniens

4. ALIJA (wegen 1924 Wirtschaftskrise in Polen) = Flüchtlinge

1929 - arabischer Aufstand geg. Bildung der JEWISH AGENCY = 150 Juden tot.

=> Gegensatz zwischen Arabern und Juden größer:
- neue, reinjüdische Städte/Siedlungen
- Bereitschaft zu gegenseitigem Verständnis geringer
- auf beiden Seiten: NATIONALISMUS
- England steht dazwischen, tendiert zur arabischen Seite


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Der israelisch - arabische Konflikt


Referat von Johanna Radhgens
Schon seit dem Altertum war das "Heilige Land" ein Durchzugsland für viele Heerzüge. So wurde es 63 v.Chr. von den Römern besetzt und nach 70 n.Chr. Palästina eine Provinz des röm. Reiches. In diesem Zusammenhang wurde der Tempel der Juden zerstört, was zur Folge hatte, daß die jüdische Bevölkerung in die ganze Welt verstreut wurde, und so die Epoche der jüdischen Diaspora begann.

663 n.Chr. fielen muslimische Araber in das Land am Jordan ein und im Hochmittelalter galt es als Anziehungspunkt der christl. Kreuzfahrer. Von 1517 bis 1917 wurde der Landstrich Palästina schließlich ein Teil des osmanischen Reiches. Jedoch bereits zur Wende des 19. / 20. Jhdts. kam es im Nahen Osten bereits zur ersten Artikulation arabischen Nationalismus', der in den Folgejahren mit sich ebenfalls um die Jahrhundertwende bildenden jüdischen Nationalismus' (Zionismus) in immer schärferen Konflikt geriet.
Unter Druck der türkischen Besatzung auf die arabische Zivilbevölkerung erhielt der arabische Nationalismus während des 1. Weltkrieges seine größte Ausbreitung. Dies war der Grund für die Beteiligung der arabischen Hedschas - Stämme unter Führung des britischen Oberst Thomas E. Lawrence am Kampf der Briten gegen die türkische Preovinzialherrschaft (1916). Denn zuvor hatte der Hochkommissar Großbritanniens in Ägypten (Mac Mahon) dem Großscherif Hussein von Mekka 1915 brieflich zugesichert, er könne nach einer Niederlage der Türken ein unabhängiges, großarabisches Reich unter Einschluß Palästinas errichten. Doch die Hoffnung der Araber auf Unabhängigkeit und politische Selbstbestimmung mit Zusammenbruch des türkischen Reiches wurde durch die Politik der Großmächte Englands und Frankreichs zerstört.
Diese errichteten nämlich zwischen den beiden Weltkriegen eine neue Fremdherrschaft und unterdrückten somit die Einheitserwartung der arabischen Völker.
Grundlage dieser Politik war das geheime, zwischen Großbritannien und Frankreich 1960 abgeschlossene Sykes - Picert - Abkommen. In diesem Abkommen teilen sich England und Frankreich ihre nahöstlichen Interessenzonen und Einflußsphären auf.
Palästina erhielt zwar einen internationalen Status, stand jedoch unter Kontrolle Englands und Frankreichs durch deren Betreiben einer Politik auf Wahrung eigener Interessen. Somit geben beide europ. Großmächte dem aufkeimenden arab. Nationalismus und Emanzipationsbestrebungen neue Nahrung. Im Zentrum dieser Entwicklung stand England, das Palästina (das "sensitivste " Gebiet) als Mandatsmacht von 1920 bis 1948 unter seiner Verwaltung hatte.
Parallel zu dieser Entwicklung auf arabischer Seite war seit der Jahrhundertwende die zweite Komponente des Konfliktes angefacht worden. Denn Progrome und anwachsender Antisemitismus in Europa ließen jüdische Einwanderung nach Palästina beträchtlich ansteigen. Ideologisch wurde diese Einwanderung durch die Idee des Zionismus und der Forderung nach einem Judenstaat auf dem Boden ihrer einstigen Väter, von dem jüdischen Arzt und Journalist Theodor Herzl gestützt.
Auch politisch wurde ein neuer Sprengstoff in die sowieso schwierige Lage durch die Belfour - Erklärung hinzugefügt. Diese Erklärung vom 2. 11. 1917 enthielt das Versprechen an die Juden, der Errichtung einer nationalen Heimstatt in Palästina, welche die jüdische Einwanderung nach dem 1. Weltkrieg noch verstärkte.
Diese Bewegung des politischen Zionismus, auf Errichtung und Absicherung einer jüdischen/ nationalen Heimstatt und das gleichzeitig politische Erwachen der Araber (Befreiung von fremder Vormundschaft) ist der Kern des immer noch existierenden israelisch - arabisch/ palästinensischen Konflikts.Verschärft wurde die Entwicklung von der doppelzüngigen Politik, die die Engländer betrieben. Denn um Kräfte im 1. Weltkrieg zu mobilisieren, machten sie sowohl den Arabern, wie Juden Zusicherungen auf Palästina.
Während den Jahren des politischen Mandats kam es immer wieder zu Spannungen, denn beide Konfliktparteien beanspruchten das Land. So kam es schließlich 1929 zum Massaker der arabischen Bevökerung an den Juden in Hebron und 1936 bis 1939 zum Großen Arabischen Aufstand des Großmuftis von Jerusalem gegen die Juden und die Schutzmacht Großbritanniens. Er wurde jedoch von den britischen Truppen niedergeschlagen.
Am Vorabend des 2. Weltkriegs (1939) änderte England seine damals projüdische Politik aus strategisch taktischen Gründen zur proarabischen Orientierung. Das "Weißbuch" (1939) ist ein sichtbarer Ausdruck Englands' Politik, welches die Einwanderung der Juden nach Palästina zahlenmäßig und zeitlich begrenzt. Doch Judenverfolgung und Holocaust trieben immer größere Strömungen von Flüchtlingen in den Nahen Osten, zum letzten Zufluchtsort. Die Briten versuchten mit oft brutalen Mitteln, diese jüdische Immigration zu verhindern, um die arabische Welt politisch für sich einzunehmen.

Parallel zum 2. Weltkrieg hatte sich zusätzlich ein erbitterter Kampf zwischen den Einwanderern und Arabern entwickelt, da erstere zu immer mehr Grundbesitz gelangten und die Araber daraufhin um ihre Vorrechte bangten. Schließlich gab England am Ende des 2. Weltkrieges das Palästinamandat an die UNO zurück.
1947 beschlossen die Vereinten Nationen Palästina in einen jüdischen und einen arabisch/ palästinensischen Staat zu teilen. Die Araber lehnten diese Angebot ab, während die Juden zusicherten, und am 14. Mai 1948 Palästina zum Staat Israel proklamierten. Am Tag darauf geriet der bisher im Untergrund geführte Krieg in offene Auseinandersetzungen. Der erste israelisch - arabische Krieg begann. Im Verlauf dieses Krieges festigte der junge Staat seine Position gegen die zahlenmäßig überlegenen arabischen Gegner. Seither lebt Israel im Kriegszustand und die Palästinenserfrage existiert. Zwischen den Kriegen kam es jedoch immer wieder zu Waffenstillständen/ -ruhen. Der Waffenstillstand von 1949 hatte für Israel jedoch sehr ungünstige Grenzen zur Folge, da Jerusalem geteilt und Tel Aviv nur 18 Kilometer vom ersten jordanischen Militärposten entfernt lag. Der Sechstagekrieg von 1967 schlug schließlich eine entscheidende Zäsur in die geopolitische Landschaft Israels. Denn Israel besetzte u.a. die syrischen Golanhöhen, das Westjordanland, die Altstadt von Jerusalem, die Sinai - Halbinsel und den Gazastreifen. Hunderttausende von Palästinensern kamen dadurch unter israelische Besatzung.
Das Palästinenserproblem, wie es uns heute begegnet, war entstanden, da bis 1967 die arabischen Staaten die nationale und politische Identität der Palästinenser verdrängt hatten.
Der Yom - Kippur - Krieg von 1972 läßt Israel dann an den Grenzen seiner militärischen Macht stehen. Jedoch durch Anfangserfolge der Palästinenser öffnen sich die Türen zu Gesprächen.
1979 mündete diese Entwicklung letztendlich in einem Friedensvertrag zwischen Israel und Ägypten.
Jedoch hält der Frieden in Israel nicht lange an, denn 1982 griff Israel den Libanon an, was den militärischen und terroristischen Infrastrukturen der Palästinensichen Befreiungsorganisation (PLO) galt.
Die PLO hatte im Libanon einen Staat im Staat gegründet und führte von da aus Kommandos gegen Israels Nordgrenze. Drei Jahre lang blieb Israels Armee im Libanon und zerschlug das Potential der PLO. Jedoch geschah es zum ersten Mal in der Geschichte der
Nahostkriege, daß die israelischen Streitkräfte keinen Beifall der Zivilbevölkerung bekamen, sondern offene Ablehnung. Die PLO, schon 1964 in Kairo auf Initiative der Arabischen Liga gegründet, arbeitete sich zur militanten Kraft der Palästinenser hoch. Seit 1968/69 beinhaltet Yasoir Arafat und seine Fatahorganisation die Schlüsselposition der PLO. In den Gründungsjahren und vor allem nach der Niederlage im Sechstagekrieg setzte sich die PLO das Ziel, im bewaffneten Guerillakrieg zur Befreiung der besetzten Gebiete gegen Israel vorzugehen.Dieses Konzept scheiterte jedoch schnell an der anti - guerilla - Strategie und Taktik der israelischen Armee. Um nicht in Vergesseneheit zu geraten, ging die PLO von 1968 gegen den Nahen Osten und viele andere Länder mit blutigen Terror, wie Flugzeugentführungen und Gewalt, gegen unschuldige Zivilisten vor. Das führte in Israel bei allen politischen Parteien dazu, daß die PLO bei allen politischen Verhandlungen für ein Lösungskonzept abgelehnt wurde. Seit 1974 forderte die PLO einen unabhängigen Staat "Palästina" im Westjordanland und Gazastreifen, was zusätzlich kritische Reaktionen hervorrief, da es noch nie einen Staat Palästina gab.
Außer den terroristischen Aktionen der PLO wurde eine mögliche Flexibilität der israelischen Politiker zusätzlich durch Verfechter eines Großisrael, vom Jordan bis zum Mittelmeer, eingeengt.
Doch durch den Aufstand der Palästinenser "Intifada" 1987 im Wetjordanland und dem Gazastreifen kam erneut Bewegung in die erstarrte politische Szene (Intifada, arab: "Abschütteln" [Joch der israelischen Besatzung]).

Die einen Israelis lehnen daraufhin weiterhin jeden Kompromiß ab, während andere bereit sind, Land für Frieden abzugeben.Doch bereits 1988 sind erste Signale für eine Entschärfung zu sehen. Denn die PLO erkannte in diesem Jahr die UNO - Resolutionen, welche das Existenzrecht Israels in gesicherten Grenzen enthält, offiziell an, was für die USA eine unabdingbare Voraussetzung für einen Dialog mit der PLO bedeutete.
Außerdem erkannte Arafat auf einer Pressekonferenz in Genf den Staat Israel an und erklärte, auf Terrorismus zu verzichten. Doch durch weitere Terroranschläge lehnte Israel die Aussagen Arafats ab.
Aber die Friedensverhandlungen und Gespräche gingen und gehen weiter und heute ist man wohl so weit zu hoffen, es könnte Frieden in dem vom Krieg zerschlagenen Land und Frieden zwischen den vielen verschiedenen kulurellen und religiösen Menschen einkehren.


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Dir Gründung des Staates Israels


Judith Rosenberg


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Der Sechs Tage Krieg


Referat von Ellen von Eltz


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Israel- Deutschland nach 1945


Referat von Martina Krätsch
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Die israelische Wirtschaft


Niels Bendig und Thorin Geister
Wirtschaftsentwicklung
Anfänge um 1880, unter brit. Mandat.
Hauptzweig: Landwirtschaft; Wachstum 1923-1948 um das 25fachigste
ab 1948= Israel (eigenständiger Staat)
durchgehende Einflüsse: Einwanderung und Militär (s. unten)
zuerst Notprogramm wegen Einwanderung und hohen Verteidigungsausgaben
ab 52/53 durch gezielte Finanzierungspläne der Regierung Stabilisation bestimmter Zweige (-> unliberal, da Staatskontrolle). Verhinderung von Massenarbeitslosigkeit.
durch Jom-Kippur-Krieg und 6-day-war starke Wirtschaftskrise (wegen Militärausgaben auch im Nachhinein und Erdöl)
-> nach Wahlen von 1977 wurde ein neuer liberalerer Kurs eingeschlagen (freiere Wirtschaft)
-> Inflationsspirale, wegen Verteuerung der Güter, Erhöhung der Löhne, zu hohen Staatsausgaben -> kein Gleichgewicht
Versuche der Regierung, den Preisauftrieb durch Steuererlaß einzudämmen, was nicht finanzierbar war (Blick auf Tabelle Inflationsrate)
-> Zusammenbruch der Börse und des Bankwesens, Regierung muß Bankwesen aufkaufen um Wirtschaftskollaps zu verhindern.
Ab 85 drastisches Sanierungsprogramm (Währungsreform, Kürzung der Subventionen, Preisstopp, Senkung der Reallöhne, neuer Haushalt)
->Erfolg
Senkung der Inflationsrate, Wohlstandsgesellschaft (Autos, Reisen, Ausgaben, Graben zwischen reich-mittelständig-arm) Hauptzweige des Exportes heute: 1. Metalle, Maschinen und elektr. Produkte 2. Chemikalien, Kunststoffe 3. Leichtindustrie 4.Textilien 5. Nahrung 6.Mineralien
einflußnehmende Länder : USA = Subventionen, arabische Staaten + kommunistische = Boykott (primären, sekundären und tertiären), seit Friedensgesprächen Lockerung der Boykotte und Druck der europ. Länder sowie USA.


Einwanderung es gibt Rückkehrergesetz (entspricht Einwanderungsgesetz), macht alle Juden, die bis zu 2000 Jahren im Exil leben, autom. zu israel. Staatsbürgern.
ohne Einwanderung keine schnelle Wirtschaftsentwicklung und keine große Bandbreite an Fachwissen bzw. -qualifizierten Aber : viele arbeitsuntüchtige, teilweise zu viele Qualifizierte (Ärzte (Verdoppelung)), Hindernis = Umschulung und Eingliederung ( ca. 3.J), hohe Arbeitslosigkeit unter Einwanderern
Größte Einwanderungswelle nach 1948, Verlangsamung, rege Beteiligung in 60ziger, 70ziger , 80ziger schwach, 90ziger sehr stark
Durch Öffnung des Ostblockes große Einwanderungswelle aus GUS (90% aller Einwdr., 634.0000 ). Erwartet bis 99 ca. 350.000 neue.


Umwelt bis 1988 herrschte das Innenministerium, ab dann ein neues Umweltministerium wegen kritischer Situation dieser durch Geographie und ungleichmäßige Bevölkerungsverteilung gibt es spezifische Probleme wie Wasserknappheit, Ausdehnung der Wüste und Ballungsräume
Wüste: Aufforstung wird als Ziel von Zionisten betrieben, bis zur Staatsbildung wurden ca. 5.Millionen Bäume gepflanzt, seit 48 sind es ca. 200 Millionen geworden. Wüste wird gezielt durch Bepflanzung und Bewässerung zurückgetrieben. Erfahrungen die für ein kooperatives Verhalten sorgen können.
Ballungsräume: durch Räume wie Jerusalem-Tel Aviv-Haifa (= 60% Bevölkerung) mit einem kleinen Straßennetz und einer hohen Wachstumsrate von Kraftfahrzeugen wird an Eisenbahn- sowie S-Bahnsystem gedacht.
Energiequellen: Öl- und Kohlekraftwerke. Experimentiert wird mit Sonnenenergie, neue Wohnhäuser müssen Sonnenkollektoren besitzen. Israel ist für Weiterentwicklung dieser Technologie ein wichtiger Standpunkt.
Natur: ca. 400 Naturschutzgebiete, mehr als 100 Nationalparks (landwirtschaftlich, archäologisch, historisch wertvoll). In Ballungsräumen ist wohl keine Möglichkeit für Naturschutz mehr da.
Wasser: prägendes Rahmenelement der israel. Umweltpolitik. Wasserressourcen sind ungleichmäßig verteilt (Niederschläge und Wassermengen im Norden -> einzige Quelle für Versorgung des Landes). Geschichte des Wasserkonfliktes: Nach Krieg von 48 legte
Israel die sumpfige Hule-Ebene an der Grenze zu Syrien trocken um das Jordanwasser schneller in den See Genezareth abfließen zu lassen, um neue Plantagen zu gründen. 61 zapften die Jordanier den Jarmuk an und leiteten das Wasser parallel zum Jordan mit dem East-Ghor-Kanal zu ihren Feldern. Antwort war das National Water Carriers, was Wasser vom See Genezareth über das ganze Land verteilt. 64 beschließt die arabische Gipfelkonferenz, die Quellflüsse des Jordan umzuleiten (Hasbani und Banias). Israel bebombt die Baustellen und besetzt im Sechstagekrieg die Golanhöhen, bekommt die Kontrolle über den Banias und zerstört 69 den East-Ghor-Kanal und verhindert Restaurationsarbeiten. 82 besetzt Israel den Südlibanon und gewinnt so Hand über den Litani der nahe am Hasbani vorbeiläuft (Umleitung des Flusses ?). Nach dem Jom-Kippur-Krieg kontrolliert auch die Grundwasserströme in den Bergen und verbietet das Bohren von Brunnen an die Palästinenser. -> jüdische Siedler benutzen 330 L am Tag, Palästinenser 33L., Wasser ist für Israelis um die Hälfte billiger (Stichwort: Nachbarn das Wasser abgraben) -> insgesamt gibt es zuwenig Wasser; durch totale Ausbeutung der Grundwasserreserve am Mittelmeer, ist dieses inzwischen so weit verschmutzt, daß es nach der Weltgesundheitsbehörde nicht einmal für die Bewässerung erlaubt ist (gleichzeitig pumpte Jordanien seine Vorräte weg); Der Unterlauf des Jordans ist eine Kloake geworden durch Umleitung des Jarmuk, Trockenlegung der Hule-Ebene sowie Ausbeutung des See Genezareth.; Das Tote Meer stirbt wirklich: seit 76 hat sich die Oberfläche um 1/4 verringert, der Wasserspiegel ist um 17 Meter gesunken (-> Noch mehr Trockenheit, das ökologische Gleichgewicht im Meer ist zerstört). - Hoffnungsvolles Projekt von Israel und Jordanien seit 1990 vielleicht ein Kanal vom Roten Meer zum Toten Meer zu legen. Durch Höhenunterschied von 400m würde genug Strom erzeugt um 800 Millionen Kubikmeter Salzwasser zu entsalzen -> Oase. Zweifel: Könnte die Heilsalzerzeugung stoppen, den Tourismus, vertragen sich die beiden Gewässer. weitere Möglichkeiten: Wasser durch Preiserhöhung sparen, Bevölkerungszahl darf nicht weiter steigen (Einwanderungspolitik von Israel), Landwirtschaft muß sich in beiden Regionen ändern. -Seit 1994, Friedensvertrag zwischen Jordanien und Israel, darin: Im Winter benutzen die Jordanier so wenig wie möglich Wasser aus dem Jarmuk, dafür pumpen die Israelis 20 Millionen Kubikmeter mehr Wasser in ihren See. Im Sommer pumpen sie es dann nach Jordanien zurück. Ausspruch:"Wenn man Gründe sucht um Krieg zu führen, bietet das Wasser jede Menge Möglichkeiten. Wenn es aber den polit. Willen zum Frieden gibt, wird das Wasser keine Hinderungsgrenze sein."


Westbank und Gaza
Vor 1948 gab es eine einheitliche jüdische und arabische Wirtschaft.
nach Gründung Israels wurde das Westjordanland und der Gaza-Streifen wirtschaftl. von Israel abgeschottet und von Jordanien / Ägypten verwaltet.
Nach dem 6-Tage-Krieg 1967 wurden wirtschaftl. Beziehungen wieder aufgenommen und entwickelten sich im Gegensatz zum polit. Klima schnell, ein reger Warenaustausch entwickelte sich (70 - 90 % des Außenhandels der genannten Gebiete). Ebenso wurde ein Großteil der Finanzen, durch dort arbeitende Palästinenser aus Israel bezogen (1987 arbeiteten 40% der Palästinenser aus Gaza und Westjordanland in Israel und verdienten ca. ein Viertel des Bruttosozialproduktes).
Die größten Wirtschaftszweige sind: Dienstleistungen 50%, Landwirtschaft 30% (Israel: 5-6 %), Bauwirtschaft 12%, Industrie 8%
Im Vergleich zur israelischen ist die palästinensische Wirtschaft nur schwach ausgebildet. Auch wenn das Pro-Kopf-Bruttosozialprodukt über dem von Jordanien, Syrien und Ägypten liegt, beträgt es nur etwa ein Siebtel des israelischen. Ein weiteres Anzeichen für die Labilität dieser Wirtschaftsstruktur ist, daß eine Trennung von der israel.Wirtschaft schon wegen der hohen Bevölkerungsdichte fatale Folgen für sie hätte. Zudem wird sie von den polit. Spannungen im nahen Osten negativ beeinflußt:
Ausländische Investitoren werden durch Unruhen abgeschreckt;
In Folge des Gollfkrieges 1990/91 verloren viele Palästinenser ihre Beschäftigung in den Ölregionen und ein großer Geldstrom aus dem Ausland in den Gaza-Streifen und das Westjordanland blieb aus.
Für Israel hat die Wirtschaft dieser Gebiete in wirtschaftl. Hinsicht zwar keine allzugroße Bedeutung, in polit. Hinsicht jedoch schon:
Je sicherer die Wirtschaft und die Sozialstrukur, desto kleiner wird die Chance für Extremisten und Friedensgegner, hier Fuß zu fassen.


Friedensprozeß und Wirtschaftsentwicklung
Daß durch einen vollendeten Friedensprozeß die Wirtschafts- und Lebensbedingungen stark verbessert würden, ist offensichtlich.
Daß die Belastung des Staates, und damit auch der Wirtschaft, durch ein Sinken der erxtrem hohen Militärausgaben (1993 = 6,6 Milliarden $ = 9% des Bruttosozialproduktes) verringert würde, ist jedoch nicht anzunehmen. Die Gründe:
zum einen will Israel eine starke Verteidigung demonstrieren können, um einem Bruch des Friedensvertrages vorbeugen zu können, zum anderen gibt es noch immer einige Staaten in Nahost, die Israel nicht anerkennen und sich nicht an den Friedensverhandlungen beteiligen.
Es ist zwar kaum zu erwarten, daß die israelische Wirtschaft durch den Frieden einen übermäßigen Aufschwung auf regionaler Ebene erleben würde, wohl aber, daß sie selbst, durch Verknüpfungen mit benachbarten Wirtschaftsräumen (z.B. einer staatsübergreifenden Touristik (Jordan; Sinai)), den Friedensprozeß und das Zusammenwachsen der Nahost-Staaten fördern kann.
So könnte durch den Frieden sowohl eine gemeinsame Nahostwirtschaft aufgebaut, wie auch ein großer Schritt in der Weltwirtschaft erreicht werden (steigende Investitionen aus dem Ausland)


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Staat und Parteien in Israel


Referat von Raphael Burgdorf
Der israelische Staat basiert auf einer parlamentarischen Demokratie nach westlichem Vorbild. Der israelische Staat besitzt keine geschriebene Verfassung, da man befürchtete, daß durch eine Verfassung sich der Staat in eine religiöse Hälfte und eine nichtreligiöse Hälfte aufspalten würde. Stattdessen gibt es eine Reihe von Grundgesetzen, die vom Knesset mit einer Mehrheit verabschiedet werden.
Zum Beispiel: das Recht auf Einwanderung aller Juden in den Staat Israel.
Der Knesset (dt: Versammlung) wird alle vier Jahre von der Bevölkerung gewählt, ist also ähnlich aufgebaut, wie das deutsche Parlament. Für die Parteien, die in den Knesset gewählt werden wollen, gilt eine Sperrklausel von 1,5 %. Die Wahlen sind landesweit. Ab 18 Jahren bekommt man das aktive Wahlrecht und ab 21 Jahren das passive Wahlrecht. Der Staatspräsident wird alle fünf Jahre gewählt. Seine Aufgaben sind die Regierungsbildung (Benennung von Knessetmitgliedern), Unterzeichnung von Gesetzen, Ernennung der Richter und des Staatskontrolleurs, etc. Die Regierung wird alle vier Jahre vom Staatspräsidenten einberufen und ist dem Knesset gegenüber verantwortlich. An ihrer Spitze steht der Ministerpräsident. Durch die niedrige Sperrklausel im Knesset setzt sich die Regierung meistens aus einer Koalition zusammen.

Der Staatskontrolleur überwacht die Legalität und die Ordnungsmäßigkeit, ebenso wie die Wirtschaftlichkeit des Staates. Er wird in geheimer Wahl vom Knesset gewählt, darf dort aber nicht Mitglied sein. Er nimmt außerdem auch die Beschwerden von Bürgern entgegen.

Die Gerichtsbarkeit besteht aus den Magistrats-, den Distriktgerichten und dem Obersten Gerichtshof. Ebenso gibt es die religiösen Gerichte, die für das Personalrecht zuständig sind. In Israel gibt es bspw. keine Zivilehen. Die höchste Instanz in Israel ist der Oberste Gerichtshof. Seine Entscheidungen sind für alle Gerichte bindend. Auch gibt es die sogen. Spezialgerichte, z.B. Jugendgericht, Arbeitsgericht, Stammesgericht und Militärgericht. Die Stammensgerichte sind für die Beduinen zuständig. Das Militärgericht besitzt eine Sonderform. Es urteilt über die Angehörigen des Militärs und setzt sich aus israelischen, osmanischen Rechten, wie Regelungen aus der britischen Mandatszeit und religiösen Rechten von Juden, Christen und Moslems zusammen.

Es gibt im Staat Israel keine eindeutige Trennung zwischen Religion und Staat. Die rabbinischen Gerichte stützen sich auf den Normenkodex der Halacha ( aus dem Mittelalter). Die Halacha ist ein allgemeiner Begriff des gesetzlichen Judentums. Sie umfaßt Ge- und Verbote, beschreibt Lebensinhalte und Lebensführung. Dadurch stößt ihre Anwendung im täglichen Leben immer wieder auf Probleme.
Die zivilen Richter werden von einem Nominierungsausschuß vorgeschlagen und vom Staatspräsidenten auf Lebenszeit ernannt. Sie werden mit ca 70 Jahre pensioniert.
Durch die 1,5 %ige Sperrklausel ergeben sich heute hauptsächlich drei Formationen im Knesset:
- der nationalkonservative Likud - Block mit den kleineren rechtsnationalen Parteien
- die sozialdemokratische Arbeitspartei mit dem linken Meretz - Block und
- religiösen Parteien.
Der Likud - Block ( hebräisch: Zusammenschluß) ist durch Spaltung und Nebengruppierungen geprägt.Seinen Ursprung hat er in der Cherut - (Freiheits-) Partei, welche 1948 gegründet und ein stark nationalistisches Parteiprogramm besaß. Sie war viele Jahre lang die einzig wirkliche Oppositionspartei. Sie lehnte bspw. die Wiedergutmachungsgelder der Bundesrepublik 1951/1952 ab und organisierte Anti - Deutschland - Demonstrationen. 1965 - 1967 bildete sie zusammen mit den liberalen Parteien den Gachal - Block und schloß sich 1973 mit drei kleineren Rechtsparteien zum Likud - Block zusammen.
Der Likud - Block bildet so eine gemeinsame Fraktion im Knesset. 1977 wurde der Likud - Block stärkste Fraktion und übernahm zum ersten Mal die Regierungsverantwortung. Unter Ministerpräsident Menachem Begin bildete er von 1984 bis 1990 eine große Koalition mit der Arbeitspartei. Diese Koalition zerbrach allerdings 1990, und die Wahlen zur 13. Knesset brachten 1992 wieder die Arbeitspartei an die Macht unter Ministerpräsident Jitzchak Rabin.
Der Likud wird vorwiegend von den unteren sozialen Schichten gewählt und besitzt daher ein umfassendes sozialpolitisches Parteiprogramm, z.B. Förderung des sozialen Wohnungsbaus, den Ausbau von Siedlungen in den besetzten Gebieten wird auch von dem Likud massiv betrieben.

Die Arbeitspartei befand sich seit ihrer Gründung 1968 dauernd in der Regierungsführung. Sie entstand 1968 durch den Zusammenschluß der Mapai (Abk. Mifleget Poale Erez Israel, hebräisch: Arbeiterpartei des Landes Israel) mit der Achdut Haawoda (hebr: Einheit der Arbeiter) und Rafi (Liste der Arbeiter Israels). Die Mapai war seit ihrer Gründung 1930 stärkste Arbeiterpartei. Sie sozialdemokratisch orientiert und ihr Gründer war Ben Gurion.
Die Arbeitspartei wird vorwiegend aus den sozialen Schichten des Archkenasim gewählt. Durch den Zusammenschluß vor den Wahlen 1969 mit der linkssozialistischen Mapam (Vereinigte Arbeitspartei) bildete sie das Wahlbündnis Maarach. Die Mapam entstand aus der Kibbuzbewegeung heraus und war ihn den 50ern und 60ern prosowjetisch eingestellt. Die Kernthesen der Mapam lassen sich in folgendem Wahlslogan beschreiben: "Für Zionismus, für Sozialismus, für Brüderschaft der Völker". Außerdem war sie relativ araberfreundlich. Durch ihre antikapitalistische Position schied sie allerdings 1984 aus dem Block der Arbeiterparteien aus.
Die kommunistische Partei befindet sich seit 1948 ständig in der Opposition und wird vornehmlich von den Arabern gewählt. Sie besitzt ihre Hochburgen in Nordgaliläa und Nazareth und war wiederholt von Spaltungen betroffen. Die religiösen Parteien sind durch etliche Zersplitterungen geprägt. Die wichtigste religiöse Partei ist die "Nationalreligiöse Partei" und bildet eine religiös - zionistische Bewegung. Ihr Parteiprogramm enthält z.B. das religiös begründete Recht der Juden auf das "gelobte Land". Ende der 70er Jahre wechselten immer mehr ihrer Führer zu nationaleren Lagern, z.B. Bewegung der jüdischen Siedler im Westjordanland, Gusch Emunim ( Block der Getreuen). Seit 1977 ist die Nationalreligiöse Partei mit dem Likud verbündet, bekommt aber immer weniger Wähler. 1912 wurd die Agudat Israel (Vereinigung Israel) von extrem orthodoxen deutschen Juden gegründet und bildet eine antizionistische Bewegung. 1988 bildete sie die zweitstärkste religiöse Partei. Sie forderte die Durchsetzung religiöser Positionen in allen Lebensbereichen.
Die stärkste religiöse Partei ist die Schass - Partei ( Saphardische Thorawächter) und wird fast ausschließlich von den Sepharden gewählt. Sie setzt sich gegen die soziale Benachteiligung der orientalischen Juden ein und bevorzugt eine Friedenspolitik. Dadurch trennte sie sich von dem Likud und ging 1992 eine Koalition mit der Arbeitspartei ein. Die extremste religiöse Partei ist wohl die Degel - ha - Thora (Thora-Banner). Sie erreichte erstmals 1988 1,5 % der Stimmen und bekam so einen Sitz im Knesset. Durch ihre antizionistische Haltung besitzt sie eine ziemlich kompromißbereite Einstellung gegenüber den besetzten Gebieten. Sie lehnt den weltlichen Charakter des Staates ab. Die gemeinsame Wahlliste von der Agudat Israel und dem Thora-Banner 1992 bekam 3,2 % der Stimmen.


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Schule, Proben, Briefeschreiben.
In diesen Wochen bettelten wir bei:
  1. Herrn Direktor Piech, Volkswagenwerk Wolfsburg
  2. Gesellschaft für christlich- jüdische Zusammenarbeit
  3. Deutscher Koordinierungsrat für christlich-jüdische Zusammenarbeit

Und wir knüpften Kontakte zu:
  1. The Public Council of Youth Exchange- Tel Aviv
  2. Botschaft des Staates Israel
  3. Ruthenberg Istitut for Youth Education
  4. erneut an die Freie Waldorfschule Harduf
  5. Leo Baeck Erziehungszentrum Haifa
An Antworten gingen ein:


Im Januar 1996 besuchte der Präsident des Staates Israel, Herr Ezer Weizmann, die Bundesrepublik Deutschland- 50 Jahre nach Kriegsende und 30 Jahre nach Aufnahme der diplomatischen Beziehungen mit dem Staat Israel.
Er hält am 16. Januar eine Rede vor dem Deutschen Bundestag und dem Bundesrat im Plenarsaal des Deutschen Bundestages. Wir hatten uns die Rede schicken lassen, um sie zu lesen.
Sie befindet sich am Ende dieses Heftes.

Paukenschläge drangen in unseren Alltag: in Israel haben Selbstmordattentäter zugeschlagen.

Wir zerredeten unsere Unruhe.




Vortrag von Ibrahim Habib am 13. 2. 1996 vor unserer Klasse



Ibrahim Habib war schon da, als ich in die Klasse kam.
Als sich dann alle gesetzt und beruhigt hatten, stellte er sich als Ibrahim Habib vor (Habib mit einem Laut, den die Europäer nicht benutzen, ähnlich dem "ch") und stellte uns die Frage, was er denn hier nun solle. Darüber hatte sich wohl noch niemand Gedanken gemacht, denn das folgende Schweigen sprach Bände. Er war doch Palästinenser, oder? Sein Volk kämpfte doch seit einiger Zeit gegen die israelische Regierung, in blutigen Straßenschlachten, oder? Warum fragt er jetzt, was er hier solle?
Nun, nach einiger Zeit raffte ich mich dann auf, und stellte die für mich logischste Frage: ob er uns nicht mal erklären könne, was da genau zwischen den Israelis und den Palästinensern vor sich ginge. Wir hätten immer nur so durch die Medien mitgekriegt, daß die "unschuldigen, unterdrückten" Palästinenser gegen das "böse" israelische Militär kämpften. Hier mußte Ibrahim das erste Mal schmunzeln. Ihm käme es zwar immer vor, als wenn die Palästinenser die Bösen sein, aber das nur am Rande.
Und dann fing er an, uns über die eigentlichen Grundlagen des langen Konflikts der Palästinenser mit den Israelis aufzuklären. Ich muß sagen, ich war erstaunt, wie wenig wir doch über diesen Konflikt wußten. Ich wußte, das die beiden Parteien sich bis aufs Blut bekämpften, aber daß das schon 1948 angefangen hat, mit der Gründung des Staates Israels, wußte ich nicht.
Er war ein sehr impulsiver Mensch, der uns alles an meist sehr drastischen Beispielen vermittelte. So weckte er in mir das Gefühl, daß die Juden mit den Palästinensern das Gleiche machten, wie es die Deutschen mit den Juden im Dritten Reich gemacht haben. Unterlegt hat er dies mit einigen Beispielen von Dörfern, die einst rein palästinensisch waren, dann aber durch die Vertreibung durch das israelische Militär völlig "palästinenserfrei" hinterlassen wurden. Ibrahim hat mir einen Aufsatz zukommen lassen, in dem es wie folgt beschrieben wird:

"Unter dem Vorsitz von David Ben Gurion proklamiert der jüdische Nationalrat am 14. Mai 1948 den Staat Israel. Zu diesem Zeitpunkt hatten die meisten aus der gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen und intellektuellen Elite der palästinensischen Gemeinschaft schon das Land verlassen, sei es, weil sie vertrieben wurden, oder aus Angst flohen. Ein entscheidender Auslöser für die Massenemigration war das Massaker von Deir Jassin, einem kleinen arabischen Dorf. Verbände der Irgun (geheime jüdische Militärorganisation) töteten die gesamte Dorfbevölkerung. Die Nachricht über dieses Massaker versetzte viele Palästinenser in solche Panik, daß sie in die Nachbarländer flohen, um solchen Greueltaten zu entgehen. Damit die palästinensischen Flüchtlinge nicht in ihre Dörfer zurückkehren konnten, wurden solche Dörfer, die nicht benötigt wurden, zerstört: von mehr als 550 arabischen Dörfern im neuen Staat Israel blieben nur 121 übrig, der Rest wurde vollständig niedergewalzt. In verschiedenen Dörfern und Städten wurden neue jüdische Einwanderer in arabischen Häusern untergebracht. 350 von 370 Siedlungen, die nach der Unabhängigkeit von Israel entstanden, wurden wurden auf dem Boden 'abwesender' Araber errichtet. 'Im Jahre 1954 wohnte mehr als ein Drittel der jüdischen Bevölkerung Israels auf verlassenem Grund und Boden, und fast ein Drittel der neuen Einwandrer (250.000 Menschen) siedelten in den städtischen Gebieten, die von den Arabern verlassen worden waren.' (Peretz, D. Israel and the Palestine Arabs)"

Er hatte eine sehr lustige Art zu erzählen, durchtränkt mit makaberer Ironie.
Vielleicht stimmte nicht alles, was er gesagt hat, aber ich glaube, das spielte keine Rolle. Denn was deutlich wurde, war seine Verbitterung darüber, daß die Palästinenser einfach aus ihrem Land vertrieben wurden, damit die Juden ihren Staat kriegten.
Ibrahim klagte dafür hauptsächlich die englische Regierung an, die den Juden den eigenen Staat versprochen hatte, um Vorteile in einem Krieg zu bekommen. Daß dafür ein anderes Volk sein Land verlassen mußte, wurde wohl übersehen. Uns wurde klar, daß die Israelis nicht nur das gedemütigte Volk waren, die voll Dankbarkeit ihr Gebiet erhielten, sondern auch, daß sie ein Volk waren, das sein Land für sich haben wollte, koste es was es wolle.
Es kostete nicht nur vielen Palästinensern das Leben, sondern auch allen Palästinensern das Land. Das vor allem war die doch sehr bedrückende Message, die bei uns ankam. Wir wurden uns im Nachhinein darüber klar, daß es sehr gut war, daß wir auch einmal die andere Seite der Gegebenheiten gesehen haben, besonders, als wir von einer Person, die ich hier nicht nennen möchte, immer wieder zu hören bekamen, daß die Araber und Palästinenser doch die "niedrigeren", mithin untergeordneten Volksschichten in Israel seien.
Der Aufsatz von Ibrahim Habib ist im Folgenden vollständig abgedruckt, da ich denke, daß er auch einen wichtigen Teil dazu beiträgt, um das Land Israel und die Mentalität seiner Bewohner verstehen zu lernen. Denn mit dem Wissen über diese Vorgeschichte, gehe ich auch ganz anders mit der Frage der palästinensischen Autonomiegebieten und der Tatsache um, daß Israel diese Gebiete immer wieder schikaniert, indem es die Gebiete abriegelt und, wie am 26.5.1996 sogar die Lebensmittelzufuhr in die Westbank, den Gazastreifen und all die anderen palästinensischen Gebiete unterbindet. Gleiches geschieht immer wieder bis zum heutigen Tag und wird als Mittel der Unterdrückung und Abhängigmachung eingesetzt.



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Menschen


Nora Kraft
Sabras:

bezeichnet man die im Land Israel geborenen Juden, 58% der Bevölkerung

Aschkenasim:
39% der Bevölkerung
Sephardim:
43% der Bevölkerung Äthiopier:
~ 15.000 äthiopische Juden in Israel, 1985 gekommen

Araber:
~ 150.000 blieben in Palästina, auf 950.000 vermehrt

Palästinenser:
~ 1,2 Millionen leben in Westbank und Gazastreifen

Christen:
~ 100.000
35.000 griechisch- katholisch
32.000 griechisch- orthodox
20.000 römisch- katholisch
1.000 arabische Protestanten

Drusen:
Ende des 19 Jhdt. Zusammenstöße zwischen jüdischen Siedlern und drusischen Dorfbewohnern, weil bedroht fühlten

Beduinen:
70.000, davon 20% in Negevwüste. Leben in Zelten, mit Schafen
-> immer mehr ziehen in feste Behausungen und arbeiten in Bauwirtschaft, Industrie, Transport- und Dienstleistungsbereich


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Das Leben Mohammeds, des Propheten und Stifters des Islam


Referat von Sebastian Sartorius



das Wort "Islam" bedeutet "Ergebung"

Dann folgte jedoch eine zweite Offenbarung, in welcher zur Geduld und zum Ausharren auf den Herren gemahnt wurde. Von jetzt an trat Mohammed dafür ein, die Stammesordnung der Araber aufzulösen und eine neue an den alleinigen Gott Allah glaubende Gesellschaft zu gründen.
Außerdem setzte er sich für die sozial Benachteiligten ein.
Dem Rächer hielt er vor: "Es beherrscht euch das Streben nach mehr, bis ihr die Gräber besucht". Die Sklaven, so verlangte er, sollten frei gelassen werden und die Witwen und Waisen besser behandelt werden.
Viele Menschen schlossen sich ihm an, darunter viele Sklaven jedoch stieß er auch auf viele Feinde aus der reichen Oberschicht der Mekkaner. Viele seiner Angehörigen wurden verfolgt und mußten fliehen


Alltag


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Die Armee Israels


Nora Kraft
Armee
weitere militärische und schützende Einrichtungen


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Ein weiteres Selbstmordattentat kostete mehreren Israelis das Leben. Tatort war eine Bushaltestelle im frühen Berufsverkehr.
Die ersten Fragen wurden laut, ob man unter diesen Umständen überhaupt fahren könne.
Die Eltern diskutierten gemeinsam mit uns; Meinungen und Versuche, die Lage einzuschätzen gingen hin und her. Ein Elterhaus hat Freunde in Israel- wie ist es dort? Von dort aus wird beschwichtigt. Keine Gefahr.

Also Fahren.
Und Vorbereiten.
Wir fordern eine Einschätzung vom Auswärtigen Amt an. Man sandte uns Reisehinweise des Auswärtigen Amtes für Israel und palästinensische Gebiete.

Das Reisebüro hatte ein vorläufiges Programm unserer Studienreise übersandt.

Wir besichtigten das das frühere Jugend - KZ in Moringen.
Einen Tag lang beschäftigten wir uns mit dem dunkelsten Kapitel der deutsch - jüdischen Geschichte.

Auch konnten wir ein Handbuch ergattern, in dem alle Stiftungen Deutschlands erfaßt sind. Wieder ging ein Sonntag mit Briefen drauf; an:

  1. Erwin und Rita Suedes - Stiftung
  2. Friedrich Naumann- Stiftung
  3. Stiftung Niedersachsen
  4. Alwin Schäfer- Gedächtnisstiftung
  5. Gustav Schickedanz- Stiftung
  6. Heinz Schwarzkopf- Stiftung Junges Europa
  7. Stiftung van Meeteren
  8. Stiftung zur Förderung von Forschung, Bestrebungen und Einrichtungen im Sinne der Geisteswissenschaft Rudolf Steiners
  9. Rudolf und Clara Kreutzer- Stiftung
Vorweg gingen natürlich die Dankesbriefe an alle Institutionen, die uns bisher finanziell unterstützt hatten.


Frau Professor Dr.Süßmuth schaltete sich mit dem Wahlkeisbüro Göttingen nochmals ein und versuchte, uns wegen der Kostenübernahme für die Begleitpersonen zu helfen - wie sich später herausstellte, ohne rechten Erfolg.

Wir organisierten ein Konzert zugunsten unserer Studienfahrt nach Israel. Am 9.3.1996 spielte Frau Jolanta Zochowska - Michalski in unserer Schulaula; Herr Vespermann zeigte Tanzimprovisationen.
Es bescherte uns weitere 500,- DM.

Uns wird ein Herr aus München vorgeschlagen, der als Betreuer auf unserer Fahrt mitfahren könnte und das auch tun würde. An einem Samstag treffen wir uns mit ihm in der Schule. Er stellt sich vor, berichtet über Israel und überzeugt uns damit, daß er bereits sehr häufig Israel (als Reiseleiter) bereist habe und hebräisch spreche.
Zwar begegnete er uns sehr autoritär, aber er ist in seinem Überschwang nicht uninteressant.
Wir wurden einig - Herr Bouda reiste mit uns.
Auf der Reise selbst erwies sich seine Hebräisch - und Landeskenntnisse dann doch nicht als so profund. Auch wurde die Kommunikation mit ihm immer schlechter. Zuguterletzt waren wir füreinander eine rechte Enttäuschung: es separierten sich auf der einen Seite die Klasse mit ihren Lehrern und auf der anderen Seite Herr Bouda. Wir versuchten, einander aus dem Weg zu gehen.


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Klassenspiel.
Am 16. und 17. 3. 1996 führten wir "Der Besuch der alten Dame" auf. Am Samstag war die Aula überfüllt, etliche Besucher mußten auf Sonntag vertröstet werden.
Am Sonntag war es voll.

Wir waren wie im Rausch. Wir sprachen mit Dürrenmatt - Zitaten, lebten in der anderen Welt, sahen in den Mitschülern nur noch die gespielten Personen.
Und die Aufführungen waren ein überwältigender Erfolg.
Ganz nebenher hatten wir Programme erstellt, deren Verkaufserlös unserer Klassenfahrt zugute kam. Und wir hatten ein Pausenbuffet vorbereitet.
Eltern verkauften Brötchen, Getränke und Kuchen in der Pause und die Programme vor der Aufführung.
Der Erlös konnte sich sehen lassen: rund 1.800,- DM !
Doch auch die Sammlung am Schluß des Spiels für die Schule bescherte dieser eine noch nie dagewesene Summe !
Erfolg also. In jeder Hinsicht.

Die letzte Schulwoche vor den Ferien - es waren wieder Anschläge in Israel verübt worden. Ein letzter Krisenelternabend mit den Lehrern und Schülern.
Können die Erwachsenen verantworten, daß wir fahren ? Wollen wir angesichts der politischen Lage uns einer Gefahr aussetzen ?
Viele Lehrer hatten erhebliche Bedenken. Einige Eltern hatten Angst. Andere Eltern sagten, daß sie mehr Befürchtungen vor dem Bustransfer Göttingen - Frankfurt hätten, als vor dem Besuch Israels.
Ein Elternpaar war zur Zeit der Anschläge im Februar in Israel gewesen und berichtete von den dortigen Sicherheitsmaßnahmen.

Wir rangen um eine Entscheidung.
Schließlich fanden wir "unsere" Lösung: Die Eltern griffen alle noch einmal tief in die Tasche für unsere Sicherheit und unser Wohlbefinden und ließen uns fahren.
Vielen Dank dafür !


Und dann gingen wir in die Ferien.
Nur zwei Tage vor der Abreise kam es nochmals zu Irritationen: alle unsere Flugtickets waren an das Reisebüro geschickt worden. Dieses hatte geschlossen. Bis zum 9.4.1996. Die Inhaber waren verreist.

Wieder halfen uns Mütter: eine hing am Telefon und bat die Fluglinie um Ersatztickets, eine andere fand legale Hilfe zum "Einbruch" ins Reisebüro. Beide waren erfolgreich. Wir hatten bei der Abfahrt jeweils zwei Tickets.






Am 6. 4. 1996 trafen wir uns alle um 7.30 Uhr vor der Schule. Es war im gesamten letzten Vierteljahr keiner krank gewesen und jetzt hatte sich keiner verspätet und es fehlte auch niemand.
Der Transferbus wartete.
Wir verabschiedeten uns - und es ging los !





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